Grambergen ist wohl die schönste Bauerschaft im Kirchspiel Schledehausen

Wer von Schledehausen kommend nach Grambergen fährt, erlebt die schönste Landschaft im Kirchspiel Schledehausen. Die Höhenzüge, die Niederungen und die von Mauern umgebenen Gehöfte machen u.a. den Reiz der Bauerschaft aus.
Aus Anlass des 750. Geburtstags von Grambergen gab es im letzten Sommer ein großes Dorffest. Unter den 220 Gästen befanden sich auch viele ehemalige Gramberger, die es aus diesem Anlass in die alte Heimat gezogen hatte. Viele alte Fotos fanden sich als Vorbereitung auf das Fest in längst vergessenen Alben und Kartons wieder und bildeten an diesem Abend die Hauptattraktion der Vorführung auf der frisch geweißelten Wand in der Scheune. Eine Überraschung war eine Bildertafel der Gefallenen und Kriegsteilnehmer des I. Weltkrieges aus Grambergen, Hiddinghausen und Deitinghausen. Auch Fotos der Tanzschule Pelzer in Grambergen und der Kriegerkapelle beim Schützenfest 1929 in Schledehausen sowie Schätze aus privaten Alben sorgten für spontane Kommentare der Zuschauer.

Die Bauerschaft Grambergen wurde erstmals in einer Urkunde von 1266 erwähnt. Der Autor Günter Wrede weist in seinem „Ortsverzeichnis des ehemaligen Fürstbistums Osnabrück“ daraufhin, dass in dem Jahr ein Gerhard von Gramberg, der wohl mit dieser Bauerschaft belehnt worden war, als Schöffe auftrat. Diese Urkunde ist datiert auf den 25. November 1266. Die Familie Gramberg war im Mittelalter eine Osnabrücker Bürgerfamilie und unter anderem auch mit den Höfen Eilert in Kleinhaltern und Wilcker in Wissingen belehnt.

Zu Grambergen gehören auch Hiddinghausen und Deitinghausen.
Hiddinghausen wurde ca. 1240 und Deitinghausen 1302 erstmalig erwähnt. Der erste Namensträger war Hermann von Dedichhusen.
Die Erstbesiedlung dieser Gegend fand wohl schon sehr viel früher statt. Nach Heinrich Westerfeld sind die ersten Siedlerstellen Bettinghaus in Deitinghausen und Waldmann in Grambergen. Er glaubt, dass Bettinghaus ein sehr früher Adelssitz war. Westerfeld hat dort noch die Reste einer Motte, also einer alten Burgbefestigung, gesehen.
Zu Deitinghausen gehörte später auch das Gut Hohenwalde. Selbst das Klaverfelde wird im Osnabrücker Ortsverzeichnis als eigener Wohnplatz gelistet.

Im Mittelalter, also in der Zeit von etwa 1200 bis 1500, waren Deitinghausen und Hiddinghausen eigenständige Bauerschaften. Ab dem 16. Jahrhundert wurden beide stets unter der Bauerschaft Grambergen geführt und gehörten fortan zur Gemeinde Grambergen.
Anfang des 16. Jahrhunderts bildeten sich aus einer Schledehausener Ur-Mark vier eigenständige Marken. Grambergen, Astrup, Krevinghausen und Teile von Westrup gehörten zur Waldmark. Diese hatte Bestand bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Dann fand hier die Markenteilung statt und der gemeinschaftlich genutzte Markengrund wurde aufgeteilt.

UW

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